
Erfreulich immerhin: Mehr und mehr Angriffe können aufgrund von ergriffenen Anti-Piraterie-Maßnahmen abgewehrt werden.
“Die Zahlen für Piraterie und bewaffnete Überfälle in den vergangenen neun Monaten waren höher als in jedem Vergleichszeitraum,” sagt Pottengal Mukundan, Direktor des IMB, dessen Piracy Reporting Centre (PRC) die Pirateriezahlen seit 1991 global erhebt.
Aktuell verlangen somalische Piraten Millionen von Dollar als Lösegeld für gekaperte Schiffe und gefangene Besatzungsmitglieder. Sie verstärken ihre Aktivitäten nicht nur vor den eigenen Küsten, sondern auch im Roten Meer insbesondere in der Monsunzeit im Indischen Ozean. Mit noch nie da gewesener Dreistigkeit haben die Piraten im August in einem omanischen Hafen einen Chemietanker angegriffen und entführt - trotz Schutz der Küstenwache.
Aber obwohl die somalischen Piraten immer häufiger angreifen – 199 Mal in den ersten neun Monaten im Vergleich zu 126 im Vergleichszeitraum 2010 – konnten sie weniger Schiffe entwenden. Nur 24 Schiffe wurden entführt im Vergleich zu 35 in den ersten drei Quartalen 2010. Somit waren die Piraten dieses Jahr nur in 12 Prozent aller Fälle erfolgreich. Das IMB führt diesen Rückgang auf den Einsatz der internationalen Streitkräfte, Piraterieprävention und die entsprechende Anwendung von Sicherheitsmaßnahmen wie den Rückzug der Crew nach einem Piraten-Alarm in eine geschützte Zitadelle zurück.
Insgesamt wurden 2011 bislang bei den Überfällen weltweit 625 Besatzungsmitglieder als Geiseln genommen, acht getötet und 41 verletzt.
Benin wird neue Hochrisikoregion
Die Westafrikanische Küste von Benin verzeichnet einen starken Anstieg an gewaltsamen Übergriffen. 2010 wurden von dort keine Angriffe gemeldet, in den ersten neun Monaten dieses Jahres waren es 19 Überfälle, insgesamt konnten acht Tanker entführt werden. Die dortigen Angriffe laufen immer nach dem gleichen Muster ab. Als Antwort darauf hat Benin gemeinsam mit Nigeria, einer anderen Hochrisikoregion, Küstenwachen installiert. Kaptain Mukundan sagt: “Die Zusammenarbeit zwischen Nigeria und Benin bei der Pirateriebekämpfung ist ein positiver Schritt. Gleichwohl bestände die wirkliche Abschreckung darin, diese Kriminellen festzunehmen und sie vor Gericht zu stellen“.
Das IMB ist eine Spezialeinheit der Internationalen Handelskammer (ICC). Das zum IMB gehörende Piracy Reporting Centre (PRC) ist führend im Kampf gegen die Seepiraterie. Es ist die weltweit einzige Einrichtung, die rund um die Uhr Berichte über Piraterievorfälle erhält und verarbeitet. Das IMB fordert alle Kapitäne und Schiffseigner auf, alle tatsächlichen, versuchten und mutmaßlichen Vorfälle von Piraterie und bewaffnete Angriffe an das IMB Piracy Reporting Centre zu melden. Dies ist unerlässlich, um Behörden von der Dringlichkeit des Piraterieproblems zu überzeugen. Dabei können die transparenten Statistiken einer unabhängigen, nicht politischen internationalen Organisation wie der ICC als Katalysator für die Behebung dieses Problems dienen.
Den Quartalsbericht für die ersten neun Monate erhalten Journalisten bei Katrin Rupprecht, Pressesprecherin ICC Deutschland, 030 - 200 73 63 00.
Weitere Informationen über ICC Deutschland oder ebenfalls direkt bei:
Captain Pottengal Mukundan
IMB Director
Tel: +44 20 7423 6960