
Die ICC zeigte sich darüber erfreut, dass der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht kurz vor Veröffentlichung der Studie Maßnahmen angekündigt hat, die das geringe Risikoprofil von Handelsfinanzierungen für Banken berücksichtigen. Dies sei ein Schritt in die richtige Richtung. Es bestehe nun die Möglichkeit, die Regeln weiter zu verbessern, um die Entwicklung des Handels und von KMUs zu unterstützen. Die ICC machte deutlich, dass es dringend notwendig sei, alle Instrumente der Handelsfinanzierung als eine Anlageklasse zu betrachten, um das geringe Risiko angemessen zu berücksichtigen.
Die ICC fordert daher von Regulierungsbehörden und Politik, die Auswirkungen von Basel-III-Vorgaben auf die Handels- und staatlich gedeckte Exportfinanzierung zu prüfen, damit es nicht zu unerwünschten Auswirkungen kommt. Der Zugang zu günstigen Außenhandelsfinanzierungen sei für die Wirtschaft und den Handel enorm wichtig.
Die aktuelle ICC-Studie „Global Risks – Trade and Finance 2011“, die anlässlich der Bankenkommissionssitzung in Peking vorgestellt wurde, zeigt die Ausfallrisiken im Bereich der Handelsfinanzierung. Der Bericht basiert auf einem von der ICC geführten Register, das hinsichtlich Umfang und Abdeckung im Markt einzigartig ist. Es berücksichtigt Daten von internationalen Banken, die rund 60 bis 65 Prozent der globalen Aktivitäten im Bereich der Handelsfinanzierung mit einem Wert von rund 2 bis 2,5 Billionen Dollar abdecken. Eine Analyse zeigt: Bei 11,4 Millionen Transaktionen gab es weniger als 3.000 Ausfälle.
Der Report belegt auch die kurzfristige Natur von Handelsfinanzierungen und empfiehlt die aktuelle Laufzeit als Grundlage für die Risikoberechnungen zu nutzen. Daher spricht sich die ICC dagegen aus, dass relativ risikoarme Handelsfinanzierungen wie einjährige Kredite behandelt werden sollen.
"Es ist entscheidend, bei den Kapitalanforderungen zwischen risikoarmen und margenschwachen Aktivitäten wie der Handelsfinanzierung und risikoreichen und margenstarken Aktivitäten zu unterscheiden. Heute wurde die Lücke ein Stück weit geschlossen und es besteht die Möglichkeit durch kontinuierlichen Dialog noch mehr zu erreichen,” sagt Kah Chye Tan, Global Head of Trade & Working Capital bei Barclays und Vorsitzender der ICC-Bankenkommission.
Er fügt hinzu: "Wir sind überzeugt, dass der Baseler Ausschuss den neuen ICC-Report nützlich finden wird und dass auf dieser Basis Basel weitere Maßnahmen ergreifen wird, um den Handel und die Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützen wird, indem man Instrumente der Handelsfinanzierung entsprechend behandelt".
Bei der Herbstsitzung der Bankenkommission kommen in Peking 350 Bankexperten aus 50 Ländern sowie Vertreter internationaler Organisationen und Regulierungsbehörden zusammen. Diskutiert werden aktuelle Herausforderungen im Bereich der Handelsfinanzierung, auch speist die Kommission ihr Wissen im Rahmen der G20 Advisory Group der ICC ein. Zudem wird es einen offiziellen Empfang anlässlich des achtzigjährigen Bestehens der ICC-Bankenkommission geben.
Zum Download der Studie Global Risks - Trade Finance 2011>>