ICC

16.11.11
ICC/ifo-Indikator für Weltwirtschaftsklima verschlechtert sich

Der Index für das Weltwirtschaftsklima, der gemeinsam vom ifo Institut und der Internationalen Handelskammer (ICC) herausgegeben wird, hat sich im vierten Quartal weiter verschlechtert. Der Indikator liegt nun deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt.

Index für das Weltwirtschaftsklima

Für die Verschlechterung waren zum einen die ungünstigeren Einschätzungen zur gegenwärtigen Lage und mehr noch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate maßgeblich. Die Ergebnisse belegen die schwierige Situation der Weltwirtschaft.

Das Wirtschaftsklima in Nordamerika hat sich weiter eingetrübt. Die aktuelle Wirtschaftslage wurde zunehmend als ungünstig eingeschätzt. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate sind weniger zuversichtlich als noch im dritten Quartal, bleiben aber im positiven Bereich. In Asien ist der Wirtschaftsklimaindikator weiter gesunken und liegt nun auch hier unter seinem langfristigen Durchschnitt. Die Erwartungen für das nächste halbe Jahr haben sich noch stärker als die Lagekomponente eingetrübt. In Westeuropa hat sich das Wirtschaftsklima weiter verschlechtert und zwar überwiegend aufgrund der merklich negativeren Aussichten.

Die Inflationsschätzung für das Gesamtjahr 2011 blieb im Weltdurchschnitt bei 4,0%. Die WES-Experten gehen überwiegend von unveränderten Zinsen im Laufe der nächsten sechs Monate aus. Nach Ansicht der WES-Experten sind der Euro und noch etwas mehr der Yen überbewertet. Im weltweiten Durchschnitt wird mit einem weitgehend stabilen Wechselkurs des US-Dollars im Laufe der nächsten sechs Monate gerechnet.

Weltweit wurde "fehlendes Vertrauen in die Wirtschaftspolitik des eigenen Landes" als das derzeit wichtigste wirtschaftliche Problem angesehen. An zweiter und dritter Stelle der Problemliste folgen "öffentliche Haushaltsdefizite" und "Arbeitslosigkeit". Das Inflationsproblem dagegen ist weltweit in den Hintergrund gerückt und fiel auf der Rangliste von der zweiten auf die sechste Stelle.

ICC-Sonderfrage zu neuer Regelung bei Internetendungen
Die ICC-Sonderfrage behandelte diesmal die neuen Top Level Domains. Die Internetverwaltung ICANN hatte im Juni 2011 beschlossen, die Vergabe der Top Level Domains zu öffnen. Demnach kann zukünftig statt der Internet-Adress-Endungen .de oder .com auch ein beliebiger Begriff wie beispielsweise Firmen-, Marken-, Städte-, Regionen- oder Organisationsname stehen.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Informationsstand zur neuen Regelung bei vielen Befragten unzureichend ist. Die Mehrheit der Experten kannte sie noch nicht. Lediglich 40 Prozent der Befragten in Westeuropa und in den GUS-Ländern fühlten sich gut informiert. In allen anderen Regionen war nur jeder Dritte der Ansicht, über genug Wissen zu verfügen; in Lateinamerika, dem Nahen Osten und Afrika lediglich jeder Vierte.

Viele der informierten Experten sind der Überzeugung, dass die neuen Endungen Unternehmen gute Geschäftsmöglichkeiten bieten. Insbesondere in Nordamerika (39 Prozent) und Westeuropa (31 Prozent) war jedoch auch ein hoher Anteil der Befragten der Ansicht, dass die Änderung keine große Chance für Unternehmen sei.

Zum ICC/ifo-Indikator

Die 1981 von der ICC entwickelte Umfrage wird seitdem mit dem ifo Institut regelmäßig als Quartalsbefragung in vielen Ländern zum jeweiligen Wirtschaftsklima und anderen ökonomischen Faktoren durchgeführt. Ab 2002 wurde die Zusammenarbeit mit der ICC dahingehend intensiviert, dass die ICC ihren globalen Expertenpool aus ihren Mitgliedsunternehmen zur Verfügung stellt. Dabei stellt die ICC in jeder Befragung eine "Spezialfrage". Seitdem veröffentlicht ifo vierteljährlich die mit Unterstützung der ICC zustande gekommenen Daten zum Weltwirtschaftsklima. Das Projekt wird von der EU unterstützt.