
Die Studie zeigt, dass die Kreativwirtschaft in Europa bereits 2008 durch illegale Downloads, einschließlich Filesharing und Kopieren, Umsatzeinbussen von 10 Milliarden Euro und den Verlust von 185.000 Arbeitsplätzen hinnehmen musste.
Bis zum Jahre 2015 werden kumulative Umsatzeinbußen in Höhe von 240 Milliarden Euro erwartet, was bis im Jahre 2015 den Verlust von 1,2 Millionen Arbeitsplätzen bewirken dürfte. Die Berechnungen erfolgten auf der Grundlage aktueller Hochrechnungen und unter der Annahme, dass es auf politischer Entscheidungsebene zu keinen nennenswerten Änderungen kommen wird.
Durchgeführt wurde die Studie von dem Pariser Beratungsunternehmen TERA. Sie ist die erste europaweite Untersuchung, die einen präzisen und umfassenden Blick auf die europäische Kreativwirtschaft und ihren Beitrag zum Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzerhalt gibt. Sie zeigt, dass 6,5 Prozent oder 14 Millionen der europäischen Beschäftigten in der Kreativwirtschaft in den Branchen Film, TV-Serien, Musik und Software arbeiten. Der Sektor trägt 6,9 Prozent oder 860 Milliarden Euro zur europäischen Wirtschaftsleistung bei.
Die Studie bezieht auch vorausgegangene Untersuchungen sowie relevante Umfragen ein. Sie berücksichtigt statistische Daten, die von EU-Mitgliedsstaaten, von der Europäischen Kommission sowie von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) ausgearbeitet bzw. gesponsort wurden.
Die Untersuchung wird von den großen Gewerkschaften der Kreativindustrie wie dem Union Network International-Media Entertainment Industries (UNI-MEI), das Gewerkschaften und Innungen aus den Bereichen Medien, Unterhaltung und Kunst vertritt, oder der internationalen Künstlergewerkschaft FIA und ihren nationalen Vertretungen in Europa unterstützt. Dies zeigt die dramatischen Auswirkungen, die vom illegalen Filesharing auf die Beschäftigten im Kreativsektor erwartet werden. Zudem wird die Untersuchung von den Arbeitgeberverbänden wie der International Federation of Film Producers' Associations (FIAPF) und der European Coordination of Independent TV Producers (CEPI) mitgetragen.
Gewerkschaften: Europäischer Gesetzgeber muss handeln
Das deutliche Eintreten für eine stärkere Bekämpfung des illegalen File-Sharing erfolgte im Vorfeld zur Abstimmung über den so genannten „Gallo-Report". Das Europäische Parlament arbeitet an einer Stellungnahme zum Grünbuch über die Förderung der Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte im Binnenmarkt.
William Maunier, Präsident für die Region Europa von UNI Global Union-Media Entertainment and Arts sagt: "Wir unterstützen den Gallo-Report in seiner ursprünglichen Form und fordern die Parlamentsvertreter auf, alle Änderungen zu verwerfen, die darauf abzielen, File-Sharing zu legalisieren oder das Piraterieproblem zu negieren. Wir begrüßen die Initiativen der Europäischen Kommission und insbesondere die Europäische Beobachtungsstelle für Marken- und Produktpiraterie und den Stakeholder Dialogue zum illegalen Download und Filesharing. Wir fordern die Europäische Kommission auf, eine umfassende Strategie und Gesetzgebung zur Lösung des wachsenden Piraterieproblems zu entwickeln".
Die Berichterstatterin Marielle Gallo im Europäischen Parlament unterstrich: "Hinter dem Bericht zur Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte, der aktuell im Europaparlament diskutiert wird, steht die wichtige Frage des Schutzes europäischer Arbeitsplätze vor der Bedrohung der digitalen Piraterie. Piraterie sollte als Problem erkannt werden".
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