
Laut Bericht konnten von den 406 Überfällen 84 abgewehrt werden. In 153 Fällen gelang es den Piraten, an Bord zu kommen. Weitere 120 Schiffe wurden beschossen und 49 entführt. Ingesamt gerieten dabei 1052 Seeleute in Geiselhaft. Die Piraten verletzten 68 Besatzungsmitglieder und töteten acht.
Mehr als die Hälfte der Vorfälle geht allein auf das Konto der somalischen Piraten. 2009 wurden von hier 217 Angriffe gemeldet. Die Piraten entführten dort 47 Schiffe und nahmen 867 Seemänner als Geiseln.
2008 wurden vor den Küsten Somalias 111 Schiffe angegriffen und 42 entführt. Somit hat sich die Anzahl der Überfälle 2009 zwar fast verdoppelt, immer häufiger konnten jedoch die Angriffe abgewehrt werden. Dies ist auf die verstärkte Präsenz und den koordinierten Einsatz der internationalen Militärstreitkräfte zurückzuführen. IMB Direktor Captain Pottengal Mukundan sagte: "Die Marineeinheiten spielen eine zentrale Rolle bei der Abwendung von Überfällen. Es ist wichtig, dass diese weiter vor Ort stationiert bleiben."
Die erhöhte Präsenz der Marine führte offenbar auch zu einer regionalen Verschiebung. Während sich 2008 die Überfälle vorwiegend im Golf von Aden zutrugen, wurden 2009 viele Vorfälle von Ostküste Somalias gemeldet. Seit Oktober wird zudem eine verstärkte Piraterieaktivität im Indischen Ozean beobachtet. Von dort wurden 33 Piratenattacken gemeldet, bei denen 13 Schiffe entführt wurden.
28 Vorfälle wurden 2009 vor den Küsten Nigerias gemeldet. Bei 21 dieser Schiffe gelang es den Piraten, an Bord zu kommen; drei Schiffe wurden beschossen und eines entführt. Zu den Schiffstypen, die angriffen wurden, gehörten unter anderem Frachtschiffe, Kühlschiffe und alle Arten von Tankern. Auf der Basis anderer externer Meldungen kann geschätzt werden, dass rund 30 Überfälle vor den Küsten Nigerias nicht an das IMB gemeldet wurden und die Dunkelziffer damit sehr hoch liegt.
Den indonesischen Behörden ist es durch einen unermüdlichen Einsatz gelungen, die Anzahl der Überfälle stark einzuschränken. Von dort aus werden Jahr für Jahr weniger Angriffe berichtet. 2009 gab es 15 Vorfälle, die wenigsten jedoch schwerwiegend. Aus der Straße von Malakka wurden wie bereits im Jahr 2008 nur zwei Angriffe gemeldet.
Der Report kann beim IMB elektronisch bestellt oder bei der ICC Deutschland angefordert werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich alle Vorfälle 2009 auf der IMB-Pirateriekarte genau anzeigen zu lassen.
Captain Pottengal Mukundan, Director
ICC International Maritime Bureau (IMB)
Tel: +44 20 7423 6960
Katrin Reiser, Pressesprecherin
Internationale Handelskammer
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E-Mail: katrin.reiser(at)icc-deutschland.de
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