
Das Thema verantwortliche Unternehmensführung wird im Bereich der Zuliefererketten für Unternehmen immer wichtiger. Die Internationale Handelskammer (ICC) gibt in ihrem Guide to Responsible Sourcing konkrete Empfehlungen, wie Unternehmen soziale und umweltbezogene Gesichtspunkte bei ihrem Einkaufsverhalten berücksichtigen und in ihr Unternehmenskonzept integrieren können. Die englischsprachige Broschüre beruht auf einem Policy Statement der ICC-Kommission Business in Society. Das Papier entstand unter Mitarbeit der Mitgliedsverbände und -unternehmen und zeichnet sich so durch einen hohen Praxisbezug aus.
Grundlegendes Prinzip für jedes Unternehmen ist die Zusammenarbeit mit Zulieferern, die die rechtlichen Bestimmungen und Vorschriften zu Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz und Umweltschutz einhalten. Allerdings ist es oftmals schwierig weltweit sicherzustellen, dass verantwortungsvolle Geschäftspraktiken bei der gesamten Zulieferkette vorherrschen. Dies liegt vor allem an mangelnder Durchsetzung von Sozial- und Umweltgesetzen durch Regierungen.
Gerade in Geschäftsfeldern, in denen die Fertigung weitgehend ausgelagert ist - wie beispielsweise im Bekleidungssektor oder bei elektronischen Produkten -, hat die Zulieferkette zunehmend an Bedeutung bei der unternehmerischen Verantwortung gewonnen. Sie ist zu einem wichtigen Teil des „Supply Chain Managements" geworden. Gute Praktiken in diesem Bereich können erheblich zur Kontinuität einer Zulieferkette beitragen und so langfristige Effizienz ermöglichen.
Der ICC-Leitfaden beschreibt in sechs Schritten, wie Unternehmen ihre Zulieferer auswählen sollten und sie bei der Erfüllung von Sozial- und Umweltstandards konstruktiv beeinflussen können. Auch gibt die ICC praktische Empfehlungen für die verantwortliche Gestaltung der Beziehung mit Zulieferern. Ebenso wird die Bedeutung einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und ihren Zulieferern hervorgehoben. Nicht zuletzt sollte die Zusammenarbeit regelmäßig evaluiert und die Ergebnisse kommunziert werden, um das Verbrauchervertrauen zu stärken.
„Verantwortung für die Zulieferkette kann wesentlich zur Verbesserung der Sozial- und Umweltpraktiken beitragen", sagte Angelika Pohlenz, Generalsekretär der deutschen Vertretung der Internationalen Handelskammer (ICC). „Allerdings können diese Initiativen lediglich die tragende Rolle der Regierungen bei Beschluss und Durchsetzung entsprechender Gesetze ergänzen - und nicht ersetzen."
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